Vita - Kunstkritik - Werkbetrachtung von Hildegard Diekmann

Künstler Ralf Hasse

Geboren 1968 in Ostseebad Boltenhagen, Mecklenburg Vorpommern, Deutschland
Lebt und arbeitet im niedersächsischen Heeslingen bei Zeven
Hasse schafft sowohl inhaltlich als auch gestalterisch vielschichtige Acrylmalereien,

die sich überschreiben lassen mit dem Thema universelle Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen.
Der Betrachter findet in seinen abstrakten und figürlichen Werken Märchenhaftes, Traumszenarien, Reales neben Irrealem.

Seine Bilder fordern heraus zum genauen Hinsehen und zum Entdecken immer wieder neuer Gedankenzusammenhänge.

Auf einem häufig verwendeten Format von 140 x 100 cm tun sich phantasievolle Welten auf, die scheinbar chaotisch und dennoch wohlgeordnet komponiert sind.

Der Betrachter kann sich in der Multiperspektivität von Hasses Bildern verirren, an Einzelheiten verharren oder das Ganze in den Blick nehmen und eine Einheit erkennen.

„Wahnsinn und Ruhe im Einklang“, so beschreibt es der Künstler selbst.
Zwei Nahtoderlebnisse ließen Ralf Hasse die Grenze zwischen Leben und Tod erfahren.

Das Ins – Licht - Gelangen ist ein wiederkehrendes Motiv, welches sich auf zahlreichen Gemälden ausdrückt durch das Symbol der Sonne vor einem an mittelalterliche Glasmalerei erinnernden bunt schillernden Hintergrund.

In weiteren Werken findet dies Ausdruck durch kleine Lichtinseln in Gold, die einen Ruhepol bilden können in der teilweise gesplitterten unüberschaubaren Umgebung, die doch wiederum einen sinnhaften Kosmos ergibt.
Ralf Hasse verbindet in einer schichtweisen Maltechnik Vergangenheit und Zukunftsvision, Ursprünglichkeit und Modernität.

Dabei verleiht er seinen Gemälden eine reliefartige Struktur und spricht neben dem visuellen Eindruck ebenso die Haptik an. Idee und Materialität sind eng miteinander verwoben.

Aus starken Farb- und Formkontrasten ergibt sich eine überbordende Vitalität und Sinnesfreude, die in ihrer spielerischen Leichtigkeit durchaus im Widerspruch stehen kann zu den kritischen Bildinhalten der Kommunikationslosigkeit in einer von hochentwickelten Kommunikationstechnologien beherrschten Zeit.

Hasse visualisiert weltgeschichtliche Ereignisse als Wandel, wobei die Dimensionen Raum und Zeit in der künstlerischen Umsetzung grenzenlos verfließen.
Ralf Hasses künstlerischer Werdegang als Autodidakt beginnt im Jahr 2010 nach jahrelanger erzieherischer und psychologischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit der Präsentation eines Märchenbildes im NDR Fernsehen.

Es folgen zwei internationale Ausstellungen auf Kunstmessen in Rotterdam (2010) und Arnhem (2011) in den Niederlanden.

In Deutschland sind Hasses Werke von 2011 – 2017 u.a. zu sehen in Radolfzell, Witten, Bergedorf, Mannheim, Herford, Bremerhaven, Berlin,Rostock und  Hamburg.

 

Nominierungen - Kunstpreise

2015 Nominiert für den 38 Kunstpreis der Kulturstiftung Karlsruhe

2014 Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis der 5. Int. Biennale Hamburg mit dem Kunstwerk Universum.

2012 Berlin Gewinner Kunstpark(t) Wettbewerb AllU Can ART mit dem Kunstwerk Fünf Monate Weltgeschichte

 

Ralf Hasse
Hasse creates acrylic paintings that are multi-faceted in design and content and universally deal not only with experiencing but also with crossing limits.
In his abstract and figural works, we can find magical, dream-like scenarios - the real alongside the unreal. His paintings challenge the observer to discover new notions with every closer look. On the prevalent format of 140 x 100 cm, phantasy worlds materialize, seemingly chaotic but well-arranged at the same time.

Multi-layered picture planes permeate and symbolize the most diverse facets of reality. The observer can go astray in the multi-perspectivity of Hasse’s paintings, he can rest in details or contemplate the work in its entirety recognizing its entity. “Insanity and tranquility in unison“, the artist describes himself.
Ralf Hasse faced the border between life and death in two near-death experiences. This is reflected in his works as a film passing by the inner eye in which creatures, nature, cities, technology and symbols enter the stage vividly. Coming back to the light is a recurring motif, expressed in numerous paintings by a sun placed against a background that reminds us of medieval iridescent glass paintings. In other works, it is depicted as small golden islands of light that can form a haven of peace in the partly slivered and vast environment, and unfolding then again a meaningful cosmos.
Ralf Hasse combines past and future visions, nativeness and modernity in a layered painting technique.

He bestows a relief-like structure upon his paintings and addresses not only the visual impression but also the haptics. Idea and materiality are closely interwoven. Strong colour and form contrasts result in an exuberant vitality and sensual pleasure, the playful ease conflicting at times with the critical content such as the lacking communication in a time of highly developed communication technologies.

Hasse visualizes historical events as change, in which the dimensions of space and time elapse infinitely in the artistic realisation.


2015 Nominated for the 38 Art Award of the Culture Foundation Karlsruhe
2014 The piece Universum (Universe) is awarded with the second Audience

Award of the International Biennial 5, Hamburg.
2012 Winner of the Kunstpark(t) Competition AllU Can ART, Berlin for Fünf Monate Weltgeschichte

(Five Months of World History).

Hildegard Diekmann